Trockenrasen

Was sind Trockenrasen?

Trocken- und Halbtrockenrasen sind besonders schöne, bunte Wiesen, meist in sonniger Hanglage. Sie sind Heimat für viele verschiedene Blumen und Tiere und dadurch eine echte Augenweide! Oft sind sie als Inseln in der Landschaft versteckt, dort, wo der Boden für Ackerbau und Wald zu karg und trocken ist und für Weinbau zu uneben, steinig oder steil.

Früher wurden diese Wiesen meist als Hutweiden mit Schafen, Ziegen oder Rindern beweidet. Örtliche Namen wie „Goaßlhoid“, „Hoidl“, usw. zeugen noch davon. Diese extensive Nutzung, ohne Dünger oder Pflanzenschutzmittel, förderte die Blumenpracht, einen unregelmäßigen Aufwuchs und damit auch die Vielfalt der Tierwelt.

Was kann ich hier sehen?

Typisch für Trocken- und Halbtrockenrasen ist, dass sich ihr Aussehen alle paar Wochen verändert. Ende März taucht die Küchenschelle die Wiesen in einen violetten Schleier. Dann folgen für kurze Zeit das gelbe Adonisröschen und die vielen weißen Blüten duftender Sträucher wie Schlehe und Weißdorn. Mancherorts sieht man im April schon die erste Smaragdeidechse, einen Schwalbenschwanz oder Segelfalter. Im Laufe des Mai und Juni tauchen viele neue Blumen auf, zum Beispiel Diptam und Blutroter Storchschnabel sowie bunte Schmetterlinge, vom Himmelblauen Bläuling bis zum Schachbrett-Falter.

Was ist daran so besonders?

Trocken- und Halbtrockenrasen zählen zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas, sie sind echte „Hotspots“ der Biologischen Vielfalt. Früher waren sie im Burgenland dank des pannonischen Klimas und aufgrund der traditionell extensiven Bewirtschaftung weit verbreitet. Mittlerweile sind Trockenrasen aufgrund von Nutzungsaufgabe (Aufgabe der Beweidung und Mahd, gefolgt von Verbuschung, Verwaldung), oder auch Intensivierung (Umwandlung in Äcker oder Weingärten) sowie Verbauung (Siedlungen in Hanglage) stark bedroht und vielerorts verschwunden.